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Wie bereits seit einigen Monaten bekannt ändert Microsoft mit dem Erscheinen von Windows 10 seine Update- und Lizenzpolitik. Was für Endnutzer ein ganz einfacher Klick auf ein Symbol ist, wird in Netzwerkumgebungen eines Unternehmens maßgeblich komplizierter. Doch schlecht ist dies nicht unbedingt.

Das Update-Symbol für die Aktualisierung auf Windows 10 erscheint nur in manchen Situationen. Während das Update im Privatumfeld angeboten wird, verhält es sich in Firmenumgebungen häufig anders.

Das für das „Updateangebot“ verantwortliche Update KB3035583 ist nur bei bestimmten Windows-Versionen anwendbar. Dazu zählen folgende Windows Versionen:

  1. Windows 8.1 Pro
  2. Windows 8.1
  3. Windows 7 Service Pack 1, wenn verwendet mit:
    1. Windows 7 Ultimate
    2. Windows 7 Professional
    3. Windows 7 Home Premium
    4. Windows 7 Home Basic
    5. Windows 7 Starter

Daraus ergibt sich, daß insbesondere Windows-Enterprise-Versionen „nicht“ betroffen sind, das Update dort also nicht angeboten wird. Hierzu zählen:

  1. Windows 8 Enterprise
  2. Windows 7 Enterprise

Diese Versionen können (und müssten) manuell mittels ISO auf Windows 10 aktualisiert werden.

Weiterhin werden Arbeitsrechner, die per WSUS in einer Domäne mit Updates versorgt werden, das Update nicht erhalten. Hierzu gibt es einen englischsprachigen Microsoft-Foreneintrag, der den Sachverhalt folgendermaßen widergibt:

One of the files deposited by KB3035583 in the folder „GWX“some have interpreted that as „Get Windows 10“ — is „config.xml,“ which includes a long list of instructions on how the ad-based notification system will work.

The additions were atop the previous (EnableEnterpriseSku)false(/EnableEnterpriseSku) and (EnableDomainJoined)false(/EnableDomainJoined), that blocked the ad campaign from Windows Enterprise, the corporate edition available only through volume licensing deals, and barred it from Windows devices that connect to a network domain. The latter would rule out the notifications‘ appearance on devices running the Pro edition, such as Windows 7 Pro, when they’re joined to a corporate domain.‘
Quelle: https://social.technet.microsoft.com/Forums/de-DE/f82af2f4-1585-4470-8cea-131fca0f65bd/windows-10-reservation-update-kb3035583-not-showing-in-my-wsus?forum=w8itproappcompat

Zu diesen Updatehürden kommt für Netzwerkadministratoren und Volumenlizenznehmer ein Supportproblem mit Windows 10 hinzu. Obwohl Microsoft Windows 10 als das letzte Windows angekündigt hat, gibt es ein offizielles Support-Ende für Windows 10. Konträr zur „Windows-as-a-service“ Idee gibt Microsoft den 01.01.2025 als Support-Ende an. Dies leitet sich, so Microsoft, aus den Enterprise-LTSB-Versionen von Windows 10 ab, welche nach Ablauf einer 10 Jahresfrist erneuert werden müssen. Irritierend ist, das auch alle anderen Versionen, wie Home, Pro, Enterprise und Education mit dem selben Support-Ende aufgeführt werden. Laut der „Windows-as-a-service“ Idee können sich die Windows 10 Versionen aus 2015 von denen aus 2025 eigentlich nicht unterscheiden. Das Betriebssystem soll ja dadurch immer auf dem neusten Stand bleiben. Microsoft äußert sich zu dieser Anfrage bisher nicht.

Egal welche Lizenzpolitik, Upgrade- und Supportzwänge Microsoft den Windowsnutzern auferlegt, kein Unternehmen wird sich über lange Zeit regelmäßigen Software-Neuanschaffungen entziehen können. Seit Juni 2015 (ja das ist der bereits vergangene Juni) zwingt das IT-Sicherheitsgesetz Unternehmen zu regelmäßigen Updates, um den aktuellen IT-Sicherheitsstandards zu genügen. Sollten Sie also noch Windows Server 2003 betreiben, verletzen Sie bereits diese Vorgaben. Betriebsysteme ohne Support für Sicherheitsupdates zu betreiben ist nämlich seit dem vergangen Juni, offiziell ungesetzlich.

Dr. Walter Plesnik ist Diplomingenieur für Elektrotechnik und Geschäftsführer der Ing.-Büro Dr. Plesnik GmbH. Als Business Architekt bereut er unsere Kunden in allen strategischen IT Belangen und begleitet große Produktionsunternehmen bei Carve-Outs und der Implementation von Compliance-Richtlinien.